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Prominenter Adressbuchbetrüger zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt (Bericht des Schweizer Tagesanzeiger am 27. Juli 2005)
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Die Online-Branchenbuch-Connection (Grafik) | Formular "Annuaire Pro" von 2002 |
Florian Sailer, der Sohn des österreichischen Skistars Toni Sailer, wurde wegen Adressbuchschwindel in Frankreich zu 9 Monaten Gefängnis und 35.000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Zum Artikel des Schweizer Tagesanzeiger


Alle Tricks hatten ihm nichts genützt. Von der Slowakei aus hatte er das sog. "Henghuber Formular" (Formularmuster) nach Frankreich geschickt. In millionenfacher Ausfertigung. Im letzten Jahr wurde er verhaftet - wegen Verdachts auf Betrug und irreführender Werbung. Auf freien Fuss kam er 2004 nach Hinterlegung einer Kaution von 300'000 Euro. Jetzt kam das Urteil.
Das Kapital für seinen Trickbetrug (Portokosten etc) hatte er von der Schweizer Firma Inocap AG.
Das Know-How bekam er von der Schweizer Firma Intelligent Media AG.
Das Internetverzeichniswww.annuairepro.fr bastelte ihm die Firma VisionMedia Sro. Die hatte ihr Gründungskapital ebenfalls von der Inocap Ag bekommen.

Herr Florian Sailer hätte sich Das Internetverzeichnisauch selber basteln können - schließlich hat er Informatik studiert. Aber es gab gute Gründe, dass dafür von Inocap extra eine Firma finanziert wurde.
Herr Sailer soll durch den Fischzug in Frankreich zwischen 3 und 5 Millionen Euro kassiert haben. Aber Florian Sailer ist in Wirklichkeit nur das Aushängeschild - ein Strohmann - Mitglied eines größeren mafiotischen Geflechts, das systematisch und weltweit am Rande der Legalität traumhafte Renditen einfährt. Und für diese Mafia ist Florian Seiler nicht der einzge "Aktivposten".
Die Intelligent Media Ag

Da gibt es z. B. den Geschäftsmann Ewald Sikler. Er betreibt unter dem Namen Inventaire Pro sein trickreiches Adressbuchgeschäft - "Inventaire Pro" klingt nicht zufällig ganz ähnlich wie Florian Sailers Annuaire Pro. Sikler ist als Adressbuchbetrüger von der Schweiz aus in Österreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, USA, Schweiz usw. aktiv. (Mehr Infos zu Sikler)

Sikler benutzte eine Formularvorlage der Intelligent Media AG (siehe Muster) - genauso wie Florian Sailer.
Sikler war - bevor er "selbständig" wurde - Mitarbeiter der Firma Intelligent Media AG - genauso wie Florian Sailer.

Und die Intelligent Media gehört zwei deutschen Bründern - Carsten und Markus Binder - die eigentlich in der Metallindustrie tätig sind. Offensichtlich reicht ihnen das nicht - die Gewinnmargen in normalen Geschäften sind wohl zu gering - und so haben sie investiert: In den "Informatikbereich". Tja und der kann unter Umständen (die nicht ganz legal sind) traumhafte Gewinnmargen erzielen. Und das geht so:

Die Intelligent Media AG ist eine Informatik Firma, die (auch) seriöse Geschäfte macht - z. B. arbeitet sie für die österreichische "Herold Business GmbH" - Herold gibt für die österreichische Telekom die offiziellen Branchenbücher und Telefonbücher heraus - und für die durfte die Intelligent Media AG programmieren. Die Intelligent Media erhielt den Job deshalb, weil ihr Angebot konkurrenzlos preiswert war (so die Pressesprecherin von Herold) - mit anderen Worten - es war keine Rendite drin....

Könnte man denken - aber: falsch gedacht - die Rendite lag nur ganz woanders: die Arbeit für Herold muss ein traumhafter Job sein für einen, der als Adressbuchbetrüger Geschäfte macht - die Adressdaten eines ganzen Landes ... Es war eben nur ein kleiner Umweg nötig.

Die Inocap AG - Ein Kapitalgeber als Kopf der Adressbuch Mafia

Das Kapital kam immer von einer Inocap AG - und die gehört genauso wie die Intelligent Media AG den beiden Brüdern Carsten und Markus Binder. Die Brüder Binder gaben das Kapital für die Inocap ebenso wie für die Intelligent Media, also auch für Florian Sailers Fischzug in Frankreich.

Der Name "Inocap" soll wohl bedeuten: "Innovative-Capital-Beteiligungen" - und das Innovative an einer Kapitalbeteiligung zeigt sich in "ungewöhnlichen" Geschäften.

Noch einmal der Kreislauf - denn bei diesem vielfältigen Hand in Hand von unterschiedlichen Firmen kann man leicht den Überblick verlieren: Die Inocap AG gründete mit ihrem "innovativen" Kapital die Firma "VisionMedia Sro" - wie die "Intelligent Media AG" eine Internet / Informatik Firma - aber mit dem günstigeren Sitz in der juristisch und sprachlich schwer zu erforschenden Tschechei. Diese VisionsMedia stellte dann das "innovative" Adressengrab für Florian Sailer her = www.annuairepro.fr. 

Das Geld wandert also von den Brüdern Binder zu Florian Sailers Firma AnnuairePro - das betrügerische know how wandert über die Intelligent Media AG (der Brüder Binder) an Florian Sailers Firma Annuaire Pro - und über die Adressengrab Produktion der VisionMedia Sro (an der die Binders ebenfalls über die Inocap beteiligt sind) - kommt dann die Investition - hübsch vermehrt - wieder zurück zu den Brüdern Binder - und landet sanft und sicher in der Schweiz.

Die Gewinner Carsten und Markus Binder

Carsten und Markus Binder sind die Söhne von Karl Franz Binder, dem die Karl Binder GmbH gehört, die in Reichertshofen ansässig ist (ja, liegt wenige Kilometer vor Ingolstadt - Siehe Standort Ingolstadt).
Carsten Binder ist in der Karl Binder GmbH sehr oft anzutreffen. Beide Brüder haben aber ihren Wohnsitz in der Schweiz (warum wohl?). Dort leben die zwei wohl kaum, ihr Lebenszentrum ist Reichtershofen / Ingolstadt (wenn das die Steuerbehörde wüsste...).

Dass die dubiosen Geschäfte der Binder-Brüder nicht nur den Bereich Adressbuchschwindel betreffen, sondern gleichzeitig dem Verschieben oder Waschen von Geld dienen könnten, versteht sich von selbst.

Illegale Geschäfte als lukrative Geschäftsidee - die Herren mit der weißen Weste
Warum sich Betrug wie ein Buschfeuer verbreitet?

Bei Firmengründungen wie der Inocap AG ist Kapital auf der Suche nach "innovativen" Geschäftsideen - denn nur innovativ ist lukrativ - und lukrativ ist der Adressbuchschwindel allemal - nicht zuletzt deshalb, weil er am Rande der Legalität laviert.
Schlußfolgerung: nur illegale Geschäfte bringen ordentliche Renditen.

Der nächste logische Schritt ist natürlich, solche illegalen Geschäfte systematisch zu entwickeln.
Das heißt, in solchen "Kapital Firmen" werden die unseriösen (lukrativen) Geschäftsideen erst erdacht und entwickelt - es werden Leute beschäftigt, die nur darüber nachdenken, wie man andere aufs Kreuz legen kann, ohne dass man selber dabei zur Rechenschaft gezogen werden kann. Anwälte werden engagiert, um die legale "Brisanz" der Geschäftsidee zu prüfen - es werden "Mitarbeiter" zur Ausführung der Idee gesucht und geschult, die ganze Infrastruktur wird geliefert - vom Trickformular bis zur Inkassofirma (siehe auch das Firmengeflecht von Novachannel AG)

Solange es Kapitalgeber für schmutzige Geschäfte gibt - solange werden dieses Geschäfte blühen..
Resumee

Florian Sailer wurde zur Rechenschaft gezogen - Carsten und Markus Binder geht es gut.
9. Dezember 2007 Tagesanzeiger.ch: Adressenschwindler machen erneut mobil - von Christian Bütikofer

mehr Infos (externe links):
http://www.coyote.fr/forum/view.php?bn=coyote_retest&key=1117122590&first=&last=&here=1118222487
http://www.lesarnaques.com/index.php?a=1378

HINTERGRUND


Kommentar zu Ewald Sikler


Herbert Kerler

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VERNETZUNG


Sylvia Müller und die Ingolstädter Mafia

Ingolstädter Adressbuch-"Mafia

 

Das Henghuber-Netzwerk



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Hauptseite Inventaire Pro


Intelligent Media AG / Zug


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9. 12.2007 Tagesanzeiger Adressenschwindler machen erneut mobil